Kein Zugang in der Schweiz zu allen iPhone-Applikationen
15.07.2008 von Henning von Vogelsang |Haben die Swisscom und Orange Schwierigkeiten mit ihrer Informationspolitik, sieht es bei Apple auch nicht viel besser aus. Abgesehen von der üblichen Geheimnistuerei um neue Produkte, tut Apple sich auch schwer zu ganz allgemeinen, mit der Einführung des iPhone 3G im Zusammenhang stehenden Fragen ausreichend zu kommunizieren.
Künstliche Einschränkungen
Der App Store ist, so wie der iTunes Store, offenbar an Länder gebunden. Beim iTunes Store mag dies Sinn machen; denn durch die Manipulation der Unterhaltungsindustrie werden die selben Produkte weltweit zu unterschiedlichen Konditionen verkauft. Mit Hilfe diese künstlich aufrecht erhaltenen, an einen Ort gebundenen Märkte, soll sichergestellt werden, dass an dem selben Produkt möglichst viel verdient wird (Vertriebsrechte).
Markanterweise ist dies bei Büchern nicht so, weil hier die Unterhaltungsindustrie nicht früh genug ihre Forderungen durchsetzen konnten. So sind heute Bücher als Wissensquelle immer noch allgemein auf der ganzen Welt zugänglich, auch wenn sie manchmal aufgrund mangelnder Lagerbestände schwer, oder nicht mehr verfügbar sind.
Der weitaus grösste Umsatz in der Unterhaltungsindustrie wird derzeit über das Internet abgewickelt. Im Juni 2008 hatte der iTunes Store die Marke von fünf Milliarden verkauften Songs erreicht.
Applikationen, die es in der Schweiz nicht geben darf

Es stellt sich die berechtigte Frage, weshalb ein lokal gebundener App Store für das iPhone 3G Sinn machen soll. Die Mehrheit der Anwendungen hat keinerlei Verbindung zur iTunes-Bibliothek. Ein nicht geringer Anteil von Software greift auf Location Services zu, mit Hilfe der GPS-Funktion, die Apple in die neuen Geräte eingebaut hat. Sicher — einige dieser Anwendungen greifen auf Daten zu, die wohl nur in den USA verfügbar sind. Es gibt hierzulande noch zu wenig Einträge. Aber ist das ein Grund für länderspezifische Restriktionen?

Die Software, durch die uns diese Beschränkung auffiel, heisst Whrrl von Pelago. Bei diesem Service greifen Anwender auf Bewertungen zu, welche andere Anwender an einem Ort hinterlassen haben. Die Einbindung funktioniert mittels Google Maps, genau gleich wie bei Loopt, Grafittio,—alles Anwendungen mit dem selben oder ähnlichen Ziel: der Verbindung von Userdaten mit Geotagging.

Whrrl, Loopt und Where sind Applikationen, die im App Store für die Schweiz nicht verfügbar sind. Viele weitere Applikationen bleiben in der Schweiz lebenden Anwendern vorenthalten.
iPhone App Store und der Marktplatz Welt
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Diese Regelung kann für Apple und andere Anbieter nur von temporärer Dauer sein, weil längerfristig die Bindungen an Länder als Marktplätze aufgehoben werden. Das ist eine natürliche Folge der Internetentwicklung, um so mehr, da Location Services für den Verkauf an Bedeutung zunehmen. Folgt in den nächsten Jahren weitere Hardware mit den Fähigkeiten des iPhone 3G, wird auch diese letzte, künstliche Grenze fallen.
5 Kommentare to “Kein Zugang in der Schweiz zu allen iPhone-Applikationen”
By Schroeffu on 15.07.2008 | Antworten
Und ich fragte mich dauernd, wo zur Hölle das geniale “Loopt” zu haben ist… Danke für die Info.
By Jens-Christian Fischer on 15.07.2008 | Antworten
Das geniale “Loopt” spammt alle Kontakte im Adressbuch mit SMS. Sowas kommt mir auf jeden Fall nicht auf’s iPhone :)
http://www.kungfugrippe.com/post/42288438/loopt-sms-mess
By Heinz Stampfli on 18.07.2008 | Antworten
Ebenfalls die EA Spiele sind nicht im Swiss Store erhältlich. Leider ;)
By antra on 28.07.2008 | Antworten
leider leider ist mein last.fm programm auch nicht im schweizer store :/
hoffe das ändert sich noch
By Roland Zoss on 24.10.2009 | Antworten
ABC Xenegugeli /Schweizer App
Soeben haben wir ein App in den Store hochgeladen, das Xenegugeli, Tier-ABC für Kinder. Dabei zeigt sich, dass man SELBER die Länder auswählt, in denen es verfügbar ist.
Das Preisraster ist allerdings vorgegeben. Das heisst momentan kostet in den USA unser APP 4.99 (was in CHF auch 4.99 ist wegen Kurszerfall). In der Hochpreisinsel Schweiz zahlt man allerdings Fr. 5.50 für den Download. Das ist irritierend und als Produzent bin ich da von Apple abhängig.