Amnestie für Alt-iPhoner?
09.07.2008 von Jens-Christian Fischer |Der 11. Juli rückt näher… Noch 2 mal schlafen, und dann dürfen sich die ersten glücklichen um die iPhone 3Gs prügeln (Je nach Quelle werden bereits Bilder aus dem real existierenden Sozialismus: “leere Regale, lange Schlangen” heraufbeschworen…
Aber einer Frage wurde unseres Erachtens noch zu wenig gefragt: Was geschieht mit den rund 40-50′000 iPhones der ersten Generation, die in der Schweiz bereits im Umlauf sind?
Natürlich kann man sie auf dem jetztigen Softwarstand, mit dem jetztigen Preisplan weiter verwenden. Aber das wirklich interessante am iPhone ist weniger die Hardware (ja natürlich ist 3G und GPS und Plastik statt Alu toll), sondern die neue Software. Und diese wird ja genausogut auch auf den bestehenden iPhones laufen.
Die internationale Hackerszene hat sich dank den SDKs auf 2.0 vorbereiten können, aber ob es ihnen gelingt, die - vermutlich stärkeren - Sperren in nützlicher Frist zu umgehen, bleibt fraglich. Vielleicht ist das aber auch gar nicht nötig…
Es gibt 2 Arten von Hacks für das iPhone: Einerseits den “Jailbreak” dank dem sich beliebige Software auf einem iPhone installieren lässt. Daneben das Unlocking, dass die SIM Sperre beseitigt, und das Telefon im iPhone Niemandsland (also Welt minus USA, UK, D und F) überhaupt erst funktionieren lässt. Sind diese Sperren auch auf den neuen Geräten? Mit Sicherheit:
Laut Orange und Swisscom werden die neuen Geräte alle einen SIM Lock haben, also nur mit den SIM Karten der jeweiligen Betreiber funktionieren. Und da Apple ab dem 11.7 selber über den AppStore Anwendungen verkaufen will und wird, dürfte es auch sehr schwierig sein, andere Software darauf zu installieren.
Was aber mit den alten Telefonen und der neuen Software? Steve Jobs hat bei der Vorstellung des neuen iPhones gesagt, dass das iPhone auf der ganzen Welt verbreitet sei. Wie hoch die Stückzahlen genau sind, wissen wir nicht, aber sicherlich mehrere Millionen. Die Besitzer dieser “illegalen”, gehackten iPhones waren die Wegbereiter für Apple; diejenigen, die das gelobte Telefon in der Welt bekannt machten. Apple hat die projektierten Einnahmen dieser Telefone bereits verloren - denn die Schweizer, italienischen, indischen oder chinesischen Carrier haben - anders als AT&T, T-Mobile etc. keinen Franken an Apple abgeliefert. Der Verlust ist also bereits geschehen.
Wie geht es weiter? Erstens die Frage nach dem SIM Lock: Swisscom sagte bereits, dass die neuene Tarife für die alten iPhones gültig sein werden. Als Alt-Kunde kann man also einen der neuen Tarife verwenden. Da das Telefon nicht über Swisscom gekauft wurde, bleibt der Betrag, der an Subventionen angefallen wäre, bei Swisscom: ein gutes Geschäft also.
Aber eben: müssen die iPhones die alte Software beibehalten? Folgende Überlegungen sprechen meines Erachtens dafür, dass die 2.0 Software auch auf alten, gehackten iPhones laufen werden:
- Apple verdient neu 30% an jedem Verkauf im AppStore. 2 oder 3 Millionen potenzielle Kunden will man sich vermutlich nicht entgehen lassen
- Apple hat ebenfalls durch den AppStore ein Interesse daran, dass keine Programme mehr installiert werden, an denen Apple nicht mitverdient
Swisscom konnte heute auf eine entsprechende Anfrage (noch!) keine Angaben machen.
Für mich ist folgendes Szenario denkenswert: Die iPhone 2.0 Software läuft mit sämtlichen Carriern, die ab Freitag im Boot sind, eventuell sogar allen, die dieses Jahr das iPhone verkaufen werden. Der AppStore lädt zum Kaufe ein, das quasi-SIM unlock zum telefonieren und surfen. Sowohl Apple als auch die Carrier verdienen an den alten, gehackten iPhones.
Das Jailbreaken wird dadurch quasi uninteressant, und Apple hat auf elegante Art und Weise sämtlicher Drittsoftware-Entwicklun, die nicht die Apple Tools verwenden, den Boden unter den Füssen entzogen. Denn, Hand aufs Herz: 90% aller iPhone Anwender ist es völlig egal, wie und wo sie zu neuer Software kommen. Im Gegenteil: Der Kauf oder Download bei Apple selber wird als sicherer eingestuft, als irgendwelche Programme aus irgendwelchen Quellen zu installieren.
Die Hackerszene löst sich auf wie der letzte Schnee im Frühling, und (beinahe) alle sind zufrieden. Auch für den Kunden ist eine Qualitätskontrolle von Vorteil… Oder wollen Sie Software auf dem iPhone, die so aussieht?

(gefunden beim “Spezialisten” für mobile Software: http://stevenscreek.com/)
Daher unsere Prognose: Die iPhone 2.0 Software wird auf allen alten iPhone installierbar sein. Telefonieren kann man weiterhin. Software gibt es nur noch per AppStore. Und die Bedürfnisse von Apple, den Carriern, und fast allen Benutzern sind abgedeckt.
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